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„Koba-Brass“ in der Klosterkirche
Bläser spielen Orgelmusik
OBERMARCHTAL – „Koba-Brass“, ein Blechbläserensemble
hervorragender Qualität, hat am Mittwoch eine Stunde lang in der
Obermarchtaler Klosterkirche musiziert. Zum Vortrag kam Barockmusik,
darunter Orgelwerke von Bach, in transparenten Arrangements.
Von unserem Mitarbeiter Kurt Efinger
Ungewöhnlich war der Termin, ungewöhnlich der Anlass. Dr. Carlo
Mehnert, Chef des Gregor-Mendel-Laboratoriums in Neu-Ulm, wollte
seiner Belegschaft zum Abschluss des Betriebsausflugs ein besonderes
Geschenk offerieren: barocke Musik im barocken Raum. Beides
vermittelte ihm der Neu-Ulmer Musiker Wolfgang Kobel. Er engagierte
„Koba-Brass“ für eine Musikstunde im Obermarchtaler Münster. Das
Ensemble besteht aus Egbert Lewark (Trompete), Walter Brusniak
(Trompete), Richard Schneider (Horn), Ingo Nietert (Posaune) und
Warold Nardelli (Tuba).
So kam es, dass am Mittwoch zwischen 16 und 17 Uhr annähernd
vierzig Zuhörer der für Blechbläser arrangierten Musik lauschten und
am Schluss begeistert applaudierten. Die fünf teils in Orchestern
angestellten, teils freiberuflichen Musiker nahmen vor dem Hochaltar
im ehemaligen Mönchs-Chor und somit weit weg vom Publikum Platz.
Von ferne schallte und hallte es feierlich, als
„Koba-Brass“ das erlesene Barockprogramm mit einem Rondeau von
Jean-Joseph Mouret (1682 - 1738) eröffnete. Vollends wie Orgelklang,
nur viel durchscheinender ertönte Johann Sebastian Bachs
Choralbearbeitung zu „Jesu bleibet meine Freude“ (aus BWV 147). In
ebenso eindringlicher Klarheit erklang Bachs Praeludium und Fuge in
e (BWV 555). Lebendige Bewegtheit durchströmte Contrapunctus 9 aus
Bachs „Kunst der Fuge“. Die populäre „Air“ aus der Suite Nr.3 in
D-Dur rundete die Bachauswahl ab.
Einen ordentlichen Generalbass legte Harold
Nardellis Tuba in der Sonata in B von Giuseppe Battista Sammartini
(1700 - 1775) mit in den Schlussakkkorden tiefgründig brummendem Ton
hin. Ein original Blasmusikwerk war Matthew Lockes (um 1630 - 1677)
„Five-Part Things for the Cornets“ aus „Music for His Majesty‘s
Sackbuts and Cornets“.
Händels volkstümlicher Schlager, das Larghetto
„Ombra mai fu“, in selten schöner Schlichtheit war ein weiteres
Zugeständnis an einfachere Hörgewohnheiten. Andächtigen Charakter
hatte die kurze Sonatina 24, eine Bearbeitung des Chorals „Allein
Gott in der Höh‘ sei Ehr‘“ des Leipziger Stadtpfeifers Johann
Gottfried Reiche (1667 - 1734). Die in jeder Hinsicht sauber
geblasene Sonata Op.1, Nr. 3 von Tommaso Albinoni (1671 - 1750)
füllte den hohen Raum zum Schluss noch einmal mit festlicher Musik.
Als Zugabe nach begeistertem Applaus spielte das Ensemble etwas ganz
Anderes, nämlich unkirchlich den New-Orleans-Jazztitel „Just a
Closer Walk“.
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