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Frankfurter Solisten in Obermarchtal
Barocke Kammermusik erklingt im Münster
OBERMARCHTAL – Sechs Frankfurter Solisten haben am Sonntag im
voll besetzten Obermarchtaler Münster barocke Kammermusik gespielt.
Veranstalter des Konzerts war der in Ulm ansässige Verein
„Süddeutsche Kammeroper“.
Von unserem Mitarbeiter Kurt Efinger
In einer Pressemitteilung lässt Vereinsvorsitzende Renate
Ruthardt wissen: „Wir bemühen uns sehr, das Münster Obermarchtal bei
Ehingen, das neben Zwiefalten ein bisschen Stiefkind beim Publikum
ist, etwas mehr ins Bewusstsein der kulturell interessierten
Bevölkerung zu bringen“. Diesbezügliches Bemühen von anderer Seite
ist allerdings seit langem erfolgreich.
Die „Frankfurter Solisten“ in Obermarchtal waren Wolfgang Basch
(Trompete), Michael Sieg (Oboe), Michael Höfele (Oboe), Karl
Ventulett (Fagott), Jesse Read (Fagott) und Martin Lutz (Cembalo).
Die Bläser sind führende Mitglieder renommierter Orchester, der
Cembalist ist Kantor der Propstei Süd-Nassau.
Prächtig eingespielte Solisten
Als Kammermusikensemble waren die sechs Solisten prächtig auf
einander eingespielt. Dies zeigte sich gleich beim ersten Werk,
einer Sonata D-dur für Trompete, zwei Oboen und Basso Continuo des
Sachsen-Weimarischen Prinzen Johann Ernst (1696 - 1715). Dem jungen
Herrn hatte J. S. Bachs Cousin Johann Gottfried Walther (1684 -
1748) die Töne beigebracht und 1708 seine Kompositionslehre
gewidmet. Bewundernswert verstanden es die beiden Oboisten, mit
klarem Ton zu der nicht dominierenden Trompete zu konkurrieren.
Melodische Schönheit
Bei der Wiedergabe von Bachs ebenfalls in Weimar entstandener
Triosonate d-moll handelte es sich wie bei den anderen aufgeführten
Werken um Adaptionen für Blasinstrumente. Di es ist bei Barockmusik
kein Stilbruch. Oboisten und Fagottist brachten melodische Schönheit
und lyrische Dichte hervorragend zur Wirkung. Bei Telemanns Konzert
D-Dur bestach ein Siciliano in Moll und elegante Klangentfaltung im
Finale.
Festlichen und heiteren Charakter hatte Fanfare pour
des trompettes, timbales, violons et hautbois von Jean Joseph Mouret
(1682 - 1738) . Besonders apart wirkte im hohen Kirchenraum eine auf
dem Cembalo allein gespielte Suite G-Dur von Elisabeth Claude
Jacquet de La Guerre (um 1664 - 1729). Bis 1684 stand sie in
Diensten der Königsmaîtresse Marquise de Montespan. Elegante
Feierlichkeit prägte Händels das Konzert beschließende Suite
D-Dur. |