Datum: 31.08.2004     Schwäbische Zeitung - Ausgabe Ehingen

Frankfurter Solisten in Obermarchtal

Barocke Kammermusik erklingt im Münster

OBERMARCHTAL – Sechs Frankfurter Solisten haben am Sonntag im voll besetzten Obermarchtaler Münster barocke Kammermusik gespielt. Veranstalter des Konzerts war der in Ulm ansässige Verein „Süddeutsche Kammeroper“.

Von unserem Mitarbeiter Kurt Efinger

In einer Pressemitteilung lässt Vereinsvorsitzende Renate Ruthardt wissen: „Wir bemühen uns sehr, das Münster Obermarchtal bei Ehingen, das neben Zwiefalten ein bisschen Stiefkind beim Publikum ist, etwas mehr ins Bewusstsein der kulturell interessierten Bevölkerung zu bringen“. Diesbezügliches Bemühen von anderer Seite ist allerdings seit langem erfolgreich.

Die „Frankfurter Solisten“ in Obermarchtal waren Wolfgang Basch (Trompete), Michael Sieg (Oboe), Michael Höfele (Oboe), Karl Ventulett (Fagott), Jesse Read (Fagott) und Martin Lutz (Cembalo). Die Bläser sind führende Mitglieder renommierter Orchester, der Cembalist ist Kantor der Propstei Süd-Nassau.

Prächtig eingespielte Solisten

Als Kammermusikensemble waren die sechs Solisten prächtig auf einander eingespielt. Dies zeigte sich gleich beim ersten Werk, einer Sonata D-dur für Trompete, zwei Oboen und Basso Continuo des Sachsen-Weimarischen Prinzen Johann Ernst (1696 - 1715). Dem jungen Herrn hatte J. S. Bachs Cousin Johann Gottfried Walther (1684 - 1748) die Töne beigebracht und 1708 seine Kompositionslehre gewidmet. Bewundernswert verstanden es die beiden Oboisten, mit klarem Ton zu der nicht dominierenden Trompete zu konkurrieren.

Melodische Schönheit

Bei der Wiedergabe von Bachs ebenfalls in Weimar entstandener Triosonate d-moll handelte es sich wie bei den anderen aufgeführten Werken um Adaptionen für Blasinstrumente. Di es ist bei Barockmusik kein Stilbruch. Oboisten und Fagottist brachten melodische Schönheit und lyrische Dichte hervorragend zur Wirkung. Bei Telemanns Konzert D-Dur bestach ein Siciliano in Moll und elegante Klangentfaltung im Finale.

Festlichen und heiteren Charakter hatte Fanfare pour des trompettes, timbales, violons et hautbois von Jean Joseph Mouret (1682 - 1738) . Besonders apart wirkte im hohen Kirchenraum eine auf dem Cembalo allein gespielte Suite G-Dur von Elisabeth Claude Jacquet de La Guerre (um 1664 - 1729). Bis 1684 stand sie in Diensten der Königsmaîtresse Marquise de Montespan. Elegante Feierlichkeit prägte Händels das Konzert beschließende Suite D-Dur.

Datum: 31.08.2004