Datum: 05.06.2007

Barockkonzert in der Klosterkirche

Die Holzhey-Orgel und zwei Trompeten haben eine betörende Wirkung

OBERMARCHTAL – Im Obermarchtaler Münster hat der Organist Josef Fleschhut mit den zwei Trompetern Hermann Ulmschneider und Tobias Zinser am Sonntag ein Konzert mit Werken barocker Meister gegeben. Rund 100 Zuhörer genossen strahlende Klänge von höchster Reinheit.

Von unserem Mitarbeiter Kurt Efinger

Fast hätte man am Sonntag vergessen, dass die große Orgel in der Obermarchtaler Klosterkirche erneuerungsbedürftig ist. So schön ertönte sie beim Barockkonzert unter Josef Fleschhuts Händen und Füßen zusammen mit den strahlenden Trompeten von Hermann Ulmschneider und Tobias Zinser. Die drei Musiker sind ein eingespieltes Team, das seit 25 Jahren, früher abwechselnd mit dem Trompeter Josef Angele, die Bad Wurzacher Barockkonzerte in verschiedenen Kirchen zur Aufführung bringt. Das Publikum nimmt dazu teils weite Anfahrtswege in Kauf. Auch das Marchtaler Münster war am Sonntag gut besetzt.

Dass zeitgenössische Musik durchaus ins barocke Programm passt, zeigte sich bei der Eröffnung mit „Festliche Fanfare“ von Joachim Schreiber, einem Schüler des früheren Diözesanmusikdirektors Josef Fleschhut. Dem strahlenden Trompetenklang registrierte der Organist im ersten Satz eindringliche Prinzipalharmonien zu. Aus der Melodie eines schlichten Weihnachtsliedes entwickelte sich danach ein romantisches Andante und das Finale erblühte am Ende in eindringlicher Schärfe zum ekstatischen und das Gemüt ergreifenden Klangrausch.

Nach brillant wiedergegebenen Bearbeitungen von Sonaten und Konzerten von Petronio Franceschini (1650 bis 1681) und Jean Baptiste Loeillet (1680 bis 1730) ertönte Antonio Vivaldis Concerto in C-Dur unglaublich frisch und elegant. Die Schönheit des Klangs und der beschwingte Rhythmus vereinten sich zu einem einmaligen Hörerlebnis. Nach dem auf der Orgel interpretierten Largo des Mittelsatzes steigerte sich das Zusammenspiel der drei Instrumente im kontrastreichen Finale zu betörender Wirkung.

Unverzichtbarer Bestandteil der von Josef Fleschhut mitgestalteten Konzerte sind seine freien Orgelimprovisationen. Zwei davon waren am Sonntag ins Programm eingefügt. Erst gab er eine als Intermezzo bezeichnete Fantasie nach Art eines Choralvorspiels zum Besten. Als Pfarrpensionär Joachim Korbacher – passend zum Dreieinigkeitsfest – mit dem Gesangbuchlied „Wir beten drei Personen in einer Gottheit an“ eine Melodie von 1586 als Thema vorgab, entwickelte Fleschhut daraus mühelos sieben druckreife Variationen. Händels Wassermusik krönte am Ende das eindrucksvolle und von der Musikalität der Interpreten getragene Konzert.

Datum: 05.06.2007