Barockkonzert in der Klosterkirche
Die Holzhey-Orgel und zwei Trompeten haben eine betörende
Wirkung
OBERMARCHTAL – Im Obermarchtaler Münster hat der Organist Josef
Fleschhut mit den zwei Trompetern Hermann Ulmschneider und Tobias
Zinser am Sonntag ein Konzert mit Werken barocker Meister gegeben.
Rund 100 Zuhörer genossen strahlende Klänge von höchster
Reinheit.
Von unserem Mitarbeiter Kurt Efinger
Fast hätte man am Sonntag vergessen, dass die große Orgel in der
Obermarchtaler Klosterkirche erneuerungsbedürftig ist. So schön
ertönte sie beim Barockkonzert unter Josef Fleschhuts Händen und
Füßen zusammen mit den strahlenden Trompeten von Hermann
Ulmschneider und Tobias Zinser. Die drei Musiker sind ein
eingespieltes Team, das seit 25 Jahren, früher abwechselnd mit dem
Trompeter Josef Angele, die Bad Wurzacher Barockkonzerte in
verschiedenen Kirchen zur Aufführung bringt. Das Publikum nimmt dazu
teils weite Anfahrtswege in Kauf. Auch das Marchtaler Münster war am
Sonntag gut besetzt.
Dass zeitgenössische Musik durchaus ins barocke Programm passt,
zeigte sich bei der Eröffnung mit „Festliche Fanfare“ von Joachim
Schreiber, einem Schüler des früheren Diözesanmusikdirektors Josef
Fleschhut. Dem strahlenden Trompetenklang registrierte der Organist
im ersten Satz eindringliche Prinzipalharmonien zu. Aus der Melodie
eines schlichten Weihnachtsliedes entwickelte sich danach ein
romantisches Andante und das Finale erblühte am Ende in
eindringlicher Schärfe zum ekstatischen und das Gemüt ergreifenden
Klangrausch.
Nach brillant wiedergegebenen Bearbeitungen von
Sonaten und Konzerten von Petronio Franceschini (1650 bis 1681) und
Jean Baptiste Loeillet (1680 bis 1730) ertönte Antonio Vivaldis
Concerto in C-Dur unglaublich frisch und elegant. Die Schönheit des
Klangs und der beschwingte Rhythmus vereinten sich zu einem
einmaligen Hörerlebnis. Nach dem auf der Orgel interpretierten Largo
des Mittelsatzes steigerte sich das Zusammenspiel der drei
Instrumente im kontrastreichen Finale zu betörender Wirkung.
Unverzichtbarer Bestandteil der von Josef Fleschhut
mitgestalteten Konzerte sind seine freien Orgelimprovisationen. Zwei
davon waren am Sonntag ins Programm eingefügt. Erst gab er eine als
Intermezzo bezeichnete Fantasie nach Art eines Choralvorspiels zum
Besten. Als Pfarrpensionär Joachim Korbacher – passend zum
Dreieinigkeitsfest – mit dem Gesangbuchlied „Wir beten drei Personen
in einer Gottheit an“ eine Melodie von 1586 als Thema vorgab,
entwickelte Fleschhut daraus mühelos sieben druckreife Variationen.
Händels Wassermusik krönte am Ende das eindrucksvolle und von der
Musikalität der Interpreten getragene
Konzert. |