Barock-Konzert in Obermarchtal - Schwäbische Zeitung / Ausgabe Ehingen / Datum: 15.08.2005

Die Interpreten gehen nicht ohne Zugabe

OBERMARCHTAL – Der frühere Rottenburger Diözesanmusikdirektor Josef Fleschhut hat im Münster Obermarchtal wieder einmal eines seiner gut besuchten Barock-Konzerte gegeben. Mit ihm musizierten auf der Empore die Mezzosopranistin Barbara Sauter und der bekannte Trompeter Tobias Zinser.

Von unserem Mitarbeiter Kurt Efinger

Josef Fleschhut gibt seit Jahren in der Region viel beachtete Konzerte im Obermarchtaler Münster. Am Sonntag zeigte er sich an der Holzhey-Orgel wieder in Bestform. Wie immer bei Fleschhuts Konzerten stand auch dieses Mal eine freie Orgelimprovisation zu einem unmittelbar davor gegebenen Thema auf dem Programm.

Schwester Ruth vom Kloster Untermarchtal trat ans Lesepult und verkündete: „Gotteslob Nr. 621: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr“. Sie hatte das 1964 entstandene schlichte Lied gewählt, weil es ihr gefällt. Ein schneller Blick ins Gesangbuch und der versierte Organist wusste, was er zu tun hatte. Erst spielt er die ruhige Melodie durch und wandte sich dann auf der Suche nach markanten Motiven vom Text ab und hin zur - teils tänzerisch, teils aufgewühlt zum Ausdruck gebrachten - melodischen Abstraktion. Das Ganze war mit viel Registerzugarbeit verbunden und machte Eindruck.

Die für den erkrankten Trompeter Hermann Ulmschneider eingesprungene Mezzosopranistin Barbara Sauter brachte mit Giacomo Puccini, Ernest Chausson und César Franck Romantik ins neue Programm, vermied aber jede falsche Gefühligkeit. Selbst bei Francks Schlager „Panis Angelicus“ blieb sie bei aller Dynamik ihrer ausdrucksvollen Stimme auf dem Teppich kultivierten Gesangs. Äußerst wohltuend empfand man das Zusammenspiel von Stimme, Trompete und Orgel auch bei drei Kompositionen von Händel

Begeisterter Applaus bewirkte, dass man sich zur Wiederholung der Ode aus „Eternal Source“ als Zugabe entschloss.